Das Jahr 2022 zusammengefasst – langweilig war es nicht!

Nach fast zwei Jahren der Einschränkungen, aufgrund der Corona Pandemie, startete die Kostheimer Feuerwehr mit der großen Hoffnung auf mehr Normalität in das Jahr 2022. Auch wenn die Silvesternacht im zweiten Jahr in Folge ruhig und ohne Einsätze verlief, dauerte es doch nur wenige Stunden im neuen Jahr bis die Pager der Kostheimer Kameraden zum ersten Mal in 2022 ausgelöst werden mussten. Ein Alleinunfall auf der BAB 671 sorgte am Neujahrstag gegen 14 Uhr für den ersten Einsatz im neuen Jahr.

Da Corona zu Beginn des Jahres mit einer hohen Infektionswelle einherging, konnte auch in diesem Jahr die Weihnachtsbaumsammlung unserer Jugendfeuerwehr nicht stattfinden. Durch den an uns herangetragenen Wunsch der Kostheimer Bürger, dennoch die Nachwuchsabteilungen oder die Feuerwehr im Allgemeinen finanziell zu unterstützen, hatten sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht, einfache Wege der Zuwendungsmöglichkeit zu schaffen. Neben einem PayPal-Spendenkonto gibt es nun auch die Option die Kostheimer Feuerwehr bei fast jeder Bestellung beim großen Versandhändler Amazon direkt zu unterstützen.

Der Januar endete einsatztechnisch, wie er begonnen hatte: mit einem Verkehrsunfall. Im Gegensatz zu dem Alleinunfall am Neujahrstag waren bei diesem Unfall auf der Kostheimer Landstraße jedoch insgesamt drei Schwerverletzte zu beklagen.

Im Februar begann dann eine Serie von Wasserrettungseinsätzen. Hierbei waren die unterschiedlichsten Schwerpunkte, von Personen im Wasser, Sicherung von losgerissenen Sportbooten aufgrund eines Sturmes bis hin zu einem folgenschweren Brand einer Motoryacht, als Einsatzgründe vertreten.

Ebenfalls im Februar musste eine von vielen Wachbesetzungen in diesem Jahr absolviert werden. Die Wachbestzungen, die teils bis zu sieben Stunden andauernten, fanden stets am eigenen Standort statt und erfolgten, weil die für den Südwesten Wiesbadens zuständige Feuerwache 2 wegen anderen größeren Einsätzen personell verwaist war.

Den ersten etwas größeren Brand mussten die Kostheimer Wehrleute im April löschen. Am Abend des 09. April stand im Mittleren Sampelweg ein Gartenhaus in Vollbrand und sorgte für einen stundenlangen Einsatz.

Im April startete die Wehr, auch äußerst kurzfristig, die Planungen für den schon zwei Mal verschobenen Tag der offenen Tür. Mit Hochdruck wurden die Genehmigungen eingeholt, Essen sowie Getränke und Schankwagen bestellt und der Tag vorgeplant. Am 26. Mai fand bei bestem Vatertagswetter erstmals nach der Corona-Pause wieder der Tag der offenen Tür rund um das Feuerwehrgerätehaus statt. Die Strapazen der kurzen Vorbereitung hatten sich aber gelohnt. Die Gäste strömten aus Nah und Fern zur Feuerwehr und verbrachten einen wundervollen Tag – einer der ersten überhaupt nach Corona – in Gesellschaft.

Doch mit dem Abschluss des Tags der offenen Tür begann für die Kostheimer Kameradinnen und Kameraden eine wahrhaft heiße Zeit. Neben den stetig weiter steigenden Temperaturen im Sommer, standen nicht nur schweißtreibende Einsätze auf dem Programm, sondern noch eine Vielzahl von Veranstaltungen, Übungen und Sonderdiensten.

Der Juni startete mit einem Brandsicherheitsdienst im Rahmen des Wilhelmstraßenfestes, bei dem eine Staffel aus Kostheim einen Abenddienst übernahm. An dessen Ende ereignete sich, ohne Zeit zum Durchatmen, noch ein Kellerbrand in der Steinern Straße, bei dem das Löschfahrzeug direkt aus Wiesbaden die Einsatzstelle in Kostheim ansteuerte.

Dass die Wehr sich mit heißen Dingen gut auskennt, stellte sie auch beim Tag der offenen Tür des Polizeipräsidiums Westhessen unter Beweis.

Wie schon in 2018 waren die Grillkünste der Wehr gefragt und so wurden an einem heißen Sommertag in wenigen Stunden knapp 1500 Würste über den Grillrost befördert. Polizeipräsident Müller lobte erneut die gute Qualität der Würste und den reibungslosen Ablauf, ohne dass größere Schlangen entstanden waren.

Neben einer Unwetterzelle, die im Juni für zahlreiche vollgelaufene Keller und somit Einsätze sorgte, war auch ein Brandereignis abzuarbeiten, welches hätte einen deutlich schwereren Verlauf hätte nehmen können. In der Nikolausstraße kam es zu einem Brand auf einem Balkon, in dessen Verlauf sich das Feuer rasant schnell über die darüber liegenden Stockwerke ausbreitete und dort die ausgefahrenen Markisen zum Sonnenschutz entzündete. Das rasche Eingreifen der Feuerwehr konnte zum Glück schlimmeres verhindern.

Ende Juni fanden dann nach mehreren Absagen und Verschiebungen die Jahreshauptversammlungen der Jahre 2020, 2021 und 2022 statt. Am gleichen Abend konnte dann endlich auch der mehrmals verschobene Jubilarenabend stattfinden, bei dem zahlreiche Ehrungen und Beförderungen durchgeführt werden konnten.

Doch viel Zeit zum Verschnaufen blieb auch im Juli nicht. Neben der Ehrung von langjährig aktiven Einsatzkräften, die Mitte Juli durch den Oberbürgermeister Mende im Wiesbadener Rathaus ausgesprochen wurde, waren bei weiter steigenden Temperaturen wieder einige Einsätze abzuarbeiten.

Dabei wäre der Großbrand in Mainz-Mombach zu erwähnen, bei dem ein Löschfahrzeug samt Besatzung nach dem Brand der Rheingoldhalle erneut überörtlich auf Mainzer Seite zum Einsatz kam. Insgesamt stellte die Feuerwehr Wiesbaden einen kompletten Löschzug mit Einsatzleitwagen, Drehleiter und einem weiteren Löschfahrzeug der FF Stadtmitte zur Nachbarschaftshilfe zur Verfügung.

Die lange Zeit ohne nennenswerte Regenfälle sorgte in diesem Sommer für weitere Einsätze, überwiegend in Form von Flächen- oder Gestrüppbränden. Der August war neben dem Juni (16) der einsatzreichste Monat mit insgesamt 13 Alarmierungen.

Trotz der vielen Einsätze im August ließ es sich die Wehr jedoch nicht nehmen, Ihrem Wehrführer und dessen Frau, die ebenfalls in der Einsatzabteilung aktiv ist, zur Silberhochzeit zu gratulieren. Sie überraschte das Jubelpaar mit einem Spalier vor der Kirche und einer Rollerescorte durch die Straßen Kostheims.

Der Start in den September ließ, zumindest was die Einsatzaktivitäten anging, keine Erholung aufkommen. Neben Kellerbränden, Fehlalarmen und Wachbesetzungen war die Kostheimer Wehr auch am 3. September zur Unterstützung bei einem Großbrand in Mainz-Kastel eingesetzt – dort brannten eine Vielzahl von Gartenhütten. Zusammen mit weiteren Freiwilligen Wehren aus dem gesamten Stadtgebiet und der Berufsfeuerwehr konnte ein weiteres Ausbreiten des Feuers auf benachbarte Gartenhäuser verhindert werden.

Doch neben der Vielzahl an Einsätzen in diesem Jahr, standen auch die Aus- und Weiterbildungen wieder deutlich mehr im Vordergrund. Zahlreiche Lehrgänge konnten erfolgreich absolviert werden und auch die Einsatzabteilung hat aus der Jugendfeuerwehr wieder Verstärkung bekommen. Nennenswert ist auch die groß angelegte Übung auf dem Weiherbrunnerhof, bei welchen ebenfalls die Wehren aus Mainz-Kastel und Schierstein aktiv mit eingebunden waren. Im Vordergrund stand hierbei das im Jahr zuvor vermittelte Wissen, bezüglich des Umgangs mit Pferden, realitätsnah zu festigen. Für alle Beteiligten ein äußerst Lehrreicher Tag.

Ende September fand der vom Hessischen Ministerium des Inneren und Sport organisierte “Tag des Ehrenamtes” im Freizeitpark Taunus-Wunderland statt.
Im Rahmen dieses Tages fand auch die Auszeichnung der Kameradinnen und Kameraden statt, die im Jahr 2021 über die hessischen Landesgrenzen hinaus bei den verschiedensten Katastrophenschutzeinsätzen (Hochwasser in NRW und Rheinland-Pfalz, Waldbrände in Griechenland)  eingesetzt waren. Auch eine Vielzahl an Kostheimer Feuerwehrkameraden erhielten durften an dem Tag die Landesauszeichnung in Empfang nehmen.

Zu guter Letzt haben sich 21 Kameradinnen und Kameraden im Dezember zu mobilen Rettern ausbilden lassen, um ab kommendem Februar in lebensbedrohlichen Notfallsituationen, bei denen jede Sekunde zählt, die Rettungskette bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit der nötigen Erfahrung stärken zu können.

Bei aller Umtriebigkeit, Einsätzen und Veranstaltungen gab es auch wieder Momente, bei welchen gefühlt die Zeit kurz still stand. Auch in diesem Jahr verstarben einige langjährige Wegbegleiter der Wehr. Neben dem früheren Betreuer der Kostheimer Feuerwehr musste man auch Abschied nehmen von langjährigen Mitgliedern und Ehrenmitgliedern des Fördervereins. Ihnen allen wird die Wehr ein ehrendes Andenken bewahren.

Zu guter Letzt bleibt der Ausblick. Was kommt 2023? Auch hier stehen schon einige feste Termine auf dem Plan. Zumindest die Ausbildung kann koordiniert werden, was bei den Einsätzen leider nicht möglich ist. Nach den einsatzärmeren Jahren 2020 und 2021 zeigte schon das Jahr 2022 die Rückkehr zu den alten Einsatzzahlen. So dürfte auch im kommenden Jahr die Zahl von 100 Einsätzen keine so unrealistische Hausnummer sein.

Bei allem was sich ändert, bleibt jedoch eins stets gleich und ist gleichzeitig eine Liedzeile des Kostheimer Feuerwehrliedes:
Wenn man uns braucht, dann sind wir da!

Die Feuerwehr Kostheim wünscht allen ein
gesundes und erfolgreiches Jahr 2023!

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