[Presse]: Alle wollen die „Jugendflamme“


(AZ) vom 12. Mai 2009
Von Norbert Flur

FEUERWEHR Leistungswettbewerb auf der Bezirkssportanlage an der Jakob-Schick-Straße

120 Jungen und Mädchen beteiligten sich beim fünften Leistungswettbewerb „Jugendflamme“, der vom Stadtjugendfeuer-wehrverband Wiesbaden erstmals auf der Bezirkssportanlage an der Jakob-Schick-Straße ausgerichtet wurde.

Die Gruppe der Jugendlichen, die sich um Tim Dittel an der Station Eins formiert hat, hört dem Fragesteller aufmerksam zu. Der „Verletzte“, der sich am Boden krümmt, klagt über starke Wunden am Kopf. Hilfe ist dringend geboten. Bevor sich aber die engagierten Jung-Feuerwehrleute um das Opfer kümmern, gilt es, die Fragen des Fachgebietsleiters Jugendforum zu beantworten. „Was muss zuerst getan werden?“ Die Hilfsmaßnahmen kennen die Jungs und Mädchen aus dem „Eff-Eff“: Ansprechen, Anfassen, Atemkontrolle. Und bevor der Notruf abgesetzt wird, hat der junge Helfer das Opfer schulmäßig in die stabile Seitenlage gebracht. Tim Dittel kann zufrieden sein, denn natürlich weiß seine junge Feuerwehr-Crew, dass 99 Prozent der verabreichten Druckverbände „viel zu fest“ angelegt werden. An sechs Stationen müssen die Zehn- bis 17-Jährigen sowohl ihr theoretisches Wissen als auch ihre Fertigkeiten an ihren vermeintlichen Opfern unter Beweis stellen, um das begehrte Leistungsabzeichen „Jugendflamme“ in drei Stufen zu erwerben. Zum Ausbildungsstandard gehört auch die Schlauchkunde, denn natürlich muss der junge Floriansjünger wissen, dass aus dem für den so genannten Innenangriff verwendeten C-Schlauch pro Minute 200 Liter flüssige Löschmittel strömen. Ein Stationswechsel lohnt sich: Während die Vertreter der Jugendfeuerwehr fachgerecht einen Feuerwehrschlauch knüpfen, dürfen die Mitstreiter an der vorangegangen Station am Verteilerrohr ihre Fähigkeiten beim Zusammensetzen Wasser führender Armaturen unter Beweis stellen. Trotz der gebotenen Anspannung herrscht viel Begeisterung beim Feuerwehrwuchs. „Natürlich gehört viel Idealismus dazu“, bekennt Michael Ehresmann von der Pressestelle des Stadtjugendfeuerwehrverbandes. Wer sich für die Feuerwehr begeistert, zeige aber auch viel Engagement.

Ehresmann fasst die notwendigen Eigenschaften des idealen Florianjüngers zusammen: „Grundfitness, ein bisschen Tollkühnheit und eine Menge Spaß.“ Dieser ist den Teilnehmern anzumerken, die am Samstag an den sechs Stationen einen in drei Stufen aufgebauten Leistungs-Parcours absolvieren müssen, um die begehrte „Jugendflamme“ zu erhalten. Dabei kommt auch der Sport nicht zu kurz. An Station sechs dürfen die Teilnehmer einen Sprint hinlegen. Die bunte Mischung unterstreicht das Profil eines jungen Feuerwehrmanns. Junge Menschen übernehmen durch Disziplin, Integration und Pflichtbewusstsein Voraussetzungen für ihr späteres berufliches Wirken. Dass sich dabei frühzeitig Führungseigenschaften herauskristallisieren, weiß Harald Müller, stellvertretender Amtsleiter der Wiesbadener Berufsfeuerwehr aus eigener Erfahrung. Erfreulich ist für Müller aber auch die Tatsache, dass sich Frauen zunehmend bei der Feuerwehr engagieren.

Im Stadtbereich Wiesbadens sei zwar durch die Berufsfeuerwehr die personelle Einsatzbereitschaft gegeben. Probleme gäbe es aber „in der Fläche“, erläutert Müller. Im Klartext: Die so genannte Tagesalarmsicherheit, mit dem die Gefahrenabwehr vor Ort sicher gestellt werden kann, ist derzeit nicht gegeben. Hier wäre es nach Einschätzung von Müller wichtig, dass diese Vakanz durch die personelle Verstärkung durch Feuerwehrfrauen verbessert werden könnte. Erfreut zeigte sich Müller auch über das aus der Integrationsvereinbarung der Landeshauptstadt weiterentwickelte „Migrationskonzept der Freiwilligen Feuerwehr“, mit dem ausländischen Mitbürgern eine sozialpolitische Funktion in dieser Rettungsorganisation ermöglicht werden soll.

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